Liebe Gartenbegeisterte! Fragt Ihr Euch manchmal, wie wertvoll unsere Gärten für unsere kleinsten Bewohner – die Insekten und andere Tierarten - sind? Es geht dabei nicht nur um Nahrung, sprich Pollen und Nektar, sondern auch um Nistmaterial, Unterschlupf-Möglichkeiten bei Regen, Schutz vor unseren norddeutschen Stürmen, Überwinterungsmöglichkeiten usw. In diesem Blog möchte ich ein paar schöne und sturmfeste Pflanzen und Gestaltungstipss vorstellen, die unsere kleinsten Gartenbewohnern in unsere Privatgärten einladen, unseren Stürmen trotzen und zudem auch gestalterisch wertvoll sind.
Pflanzen-Tipp
Gestaltungstipp
Beispielpflanzung
Zwiebelblüher, Stauden, Gräser und vor allem Gehölze, die besonders wertvoll für unsere Tierwelt sind.
Besondere Gestaltungen im Garten, die nicht nur nachhalting und nützlich sondern auch ästetisch ansprechend sind.
Eigene oder fremde Pflanzbeispiele, die ökologisch wertvoll sind.
Gestaltungstipp

INTERIOR-TIPPS

  • Interior Tipps
  • Insektenhotel auf Amrum
    Insektenhotel auf Amrum
  • Ritzen und Fugen
    Ritzen und Fugen
  • Nist- und Überwinterungsplätze
    Nist- und Überwinterungsplätze
  • Wasser-Biotop
    Wasser-Biotop
  • Vogeltränke
    Vogeltränke
  • Nistkästen Hardenhof/Nordstrand
    Nistkästen Hardenhof/Nordstrand
  • Nistkasten mit Gründach
    Nistkasten mit Gründach
  • Findlinge als Landeplatz
    Findlinge als Landeplatz
Stellt Euch vor, Ihr lebt in einem Haus ohne Bad, Küche und Schlafzimmer ... So geht es mittlerweile vielen unserer krabbelnden, fliegenden, summenden Erdbewohner - sie finden keinen Lebensraum mehr , wenn sie in Schotterwüsten ohne Pflanzen, in abgeräumten Beeten im Winter oder in heißen und friesisch windigen Sommern ohne Wasser unterwegs sind. In diesen Gestaltungstipps geht es nicht um das Nahrungsangebot, sondern um die ebenso wichtigen Lebensgrundlagen wie Schlafplätze, Körperpflege, Überwinterungsmöglichkeiten, Schutzräume, Kinderzimmer oder einfach nur Ruhezonen. Hier also einige Interior Tipps für "Schöner Wohnen" in der Tierwelt!
Es geht nicht nur um die erwachsenen Tiere, sondern auch um ihre Nachkommen - Larven, Raupen, Eier,...
Für Insekten gibt es nichts Wertvolleres als Stengel, Gräser, Ritzen, Pfützen, Totholz, Mulch etc. Ein Insektenhotel stellt quasi Nistplätze und Überwinterungsmöglichkeiten zur Verfügung. Aus Ton, Holz, Ziegel, Stroh lässt sich ein solches Haus selbst herstellen. Aber Achtung: gewisse Anforderungen gilt es zu beachten, damit die Tiere sich nicht verletzen. Der NABU bietet hierzu wunderbare Anleitungen. Ein Beispiel für ein ästhetisches Luxushotel habe ich vor ein paar Jahren auf der Insel Amrum entdeckt - seht selbst. So ein schönes Haus passt auch in gestalterisch anspruchsvolle Gärten.
In Nordfriesland kennen wir alle die wunderschönen Friesenwälle. Leider sind einige mit in Beton gebundenen Findlingssteinen gebaut. Wertvoll (und übrigens auch viel schöner) sind hingegen die "echten" Trockenmauern. Hier werden Natursteine ohne Mörtel aufeinandergesetzt, oft angelehnt an ein Erdreich dahinter, bepflanzt oder als Wegbegrenzung wie im Foto. Dieser unglaublich wertvolle Lebensraum bietet Eidechsen und Insekten Nist- und Schutzräume. Außerdem sind die Mauern mit unterschiedlichen Steinmaterialien strukturgebende wunderschöne Gartenelemente. Sie schützen andere Gartenteile vor den nordischen Winden, geben Wärme ab und verhindern Erosion.
Die einfachsten Gestaltungen sind oft die schönsten. Bremst Euch als Gartenbesitzer im Aufräumen vorm Winter! Es tut Eurem Rücken gut und bietet sowohl Nist-, Schutz- und Überwinterungsplätze für Insekten, die im Winter bei uns bleiben (z. B. das Tagpfauenauge) oder ihre Nachkommen winterfest unterbringen müssen. Vögel finden in den trockenen Samenständen Futter. Schaut Euch das Foto an - wie schön sind Schnee- oder Rauhreif-bedeckte Samenstände von Echinacea und Astern!
3/4 unserer Wildbienen nisten im Boden. Dazu zählen auch die Hummeln. Unversiegelte Böden sind daher ein wichtiges Gestaltungselement in Gärten.
Die Nordsee ist das größte Gewässer vor unserer nordfriesischen Haustür - trinken können daraus die wenigsten Lebewesen. Unser Gartenbewohner finden ihre Küche eher in kleinen (oder großen) Gartenteichen. Auch als Badezimmer dienen die Wasserstellen in unseren heißen Sommern - Vögel baden und putzen sich darin gern. Gestalterisch kennt ein Wasserbiotop keine Grenzen - vom naturnahen Schwimmteich, kleinem Wasserbiotop mit Pflanzen bis hin zu einer schönen Wasserschale. Geschmäcker sind unterschiedlich. Wichtig ist dabei die Sauberkeit. Vogeltränken aus Stein sind wunderschön - sie sollten aber nicht zu schwer sein, damit das Wasser täglich gewechselt werden kann.
Viele Vogelarten benötigen Nistkästen für Ihre Nachkommen-Aufzucht. Zwei sehr schöne Beispiele findet Ihr in den Fotos. Auf Nordstrand gibt es beispielsweise die "Wolkenheime" in schlichtem Design aus witterungsbeständigem Lärchenholz. Sehr schön sind auch handgefertigte "Kinderstuben" mit Gründach wie im zweiten Foto zu sehen. Auch hier gibt es unzählige Varianten zu kaufen, die einen Garten bereichern und Leben schaffen.
Der Unterschied zwischen Schottergärten und Kiesgärten liegt in der Gestaltung mit Pflanzen - Schottergärten sind Steinwüsten ohne Leben, Kiesgärten sind Stauden-betonte wertvolle Biotope.
Zu guter Letzt noch ein Plädoyer für die Gestaltung mit Steinen. bei einer Gartenanlage sind Steine ein wichtiges Gestaltungselement. Große Findlinge oder andere Natursteine bieten Strukturen, v.a. im Winter. Nicht nur als Mauer oder Boden, sondern als Gartenobjekte, etwas in den Boden eingelegt oder als Steinhaufen. Sie stellen eine Ruhezone, Landebahn oder Wärmeplatz dar. Frösche, Kröten, Eidechsen kriechen darunter. Insekten und Vögel nutzen sie als Landebahn. Und manchmal setze ich mich einfach auf einen großen Stein mitten in den Garten - höre, sehe und staue!
Pflanzen-Tipp

TANZENDE HELDEN

  • Lenzrose 'Double Red' (Helleborus orientalis)
  • Verbena bonariensis
    Verbena bonariensis
  • Verbena hastata
    Verbena hastata
  • Alcea rosea
    Alcea rosea
  • Digitalis purpurea
    Digitalis purpurea
  • Persicaria (Bistorta) amplexicaulis 'Speciosa'
    Persicaria (Bistorta) amplexicaulis 'Speciosa'
  • Liatris spicata
    Liatris spicata
  • Liatris spicata
    Liatris spicata
  • Knautia macedonica
    Knautia macedonica
Es gibt für mich "tanzende Helden" in meinen Gestaltungen, die trotz Ihrer Höhe windfest sind, filigran über den Beeten schweben und absolute Leckerbissen für unsere Insektenwelt sind.
Ein echter Vagabund ist das den meisten bekannte argentinische Eisenkraut (Verbena bonariensis). Die violetten Schirme schweben an langen Stengeln über den Beeten. Die kurzlebige Staude gehört zur Ordnung der Lippenblütler, verträgt viel Trockenheit und trotzt jedem Sturm. Sie taucht immer wieder an unterschiedlichen Stellen im Garten auf, wird aber nie lästig.
Wildbienen lieben Lippenblütler
Einen etwas feuchteren sonnigen Standort wünscht sich das Lanzen-Eisenkraut (Verbena hastata). Es ist die nordamerikanische Variante der Eisenkraut-Wildstaude - wunderschön und ebenso wertvoll für die Bienen- und Schmettlinge in unseren Gärten.
Das Malvengewächs, das wir oft an den nordfriesischen Reetdachhäusern finden - die Stockrose (Alcea rosea) bietet nährstoffreichen Pollen. Wichtig: Sorten pflanzen bzw. säen, die ungefüllte Blüten besitzen! Sonst kommt kein Insekt ran...
Jeder kennt den ausäh-freudigen heimischen Fingerhut (Digitalis purpurea). Er liebt es eher schattig/halbschattig und versorgt mit seinen dicken Pollen v.a. Insekten mit Saugrüssel wie z. B. die Hummeln. Sein hoher Nektar- und Pollengehalt (N3/P2) und attraktiver hoher Blütenstand macht ihn zu einem wertvollen Vagabunden in Nordfrieslands Gärten. Achtung nur - er ist hochgiftig!
Eine für mich unverzichtbare Staude mit hohem Gestaltungswert und langer Blütezeit ist der nicht wuchernde (!) Kerzen-Knöterich 'Speciosa' (Bistorta amplexicaulis). Er ist pflegeleicht, toll für die Vase und als Lippenblütler ein Wildbienen-Magnet. Die verwandte heimische Art - der Wiesen-Knöterich - ist übrigens gefährdet und extrem wertvoll. Dieser bildet allerdings Rhizome und ist daher sehr ausbreitungsfreudig. Mit dem unerwünschten japanischen Knöterich haben die beiden übrigens nichts zu tun.
Wusstet Ihr, dass der Japanische Knöterich zwar eine schöne Pflanze ist, aber leider auch eine hoch-invasive Art, die andere verdrängt und sich unkontrolliert über ganze Landstriche wie z.B. den Harz oder Gebiete in Sankt Peter Ording ausbreitet.
Nicht heimisch, aber dennoch mein Highlight als vertikale Schönheit, die ungezwungen in den Beeten vagabundiert - die Prachtscharte (Liatris spicata). Die nordamerikanische Staude hat knollige Wurzeln und liebt einen etwas nährstoffreicheren Standort in der Sonne. Sie blüht ab Juli und zieht Unmengen an Wildbienen und Schmetterlingen an.
30% unserer Wildbienen sind Spezialisten. Sie ernähren sich also ausschließlich von einer bestimmten Pflanzenart. Die Honigbiene hingegen ist ein Allesfresser!
Eine weitere schwebende und lang blühende Insekten-Staude ist die mazedonische Witwenblume (Knautia mazedonica). Als großer Nektarlieferant für Wildbienen und Schmetterlinge) ist sie ein wahres Insekten-Highlight. Sie sieht auch toll in Wiesensträußen aus, versamt allerdings stark. Die heimische Acker-Witwenblume ist ebenfalls absolut Trockenheits-unempfindlich und besitzt einen hohen Nektargehalt. Also wer einen großen Garten hat...

Pflanzen-Tipp
Klein, fein, windfest und extrem lecker
  • Lenzrose 'Double Red' (Helleborus orientalis)
  • Tulpe turkestanica
    Tulpe turkestanica
  • Tulipa humilis
    Tulipa humilis
  • Zauberhafte Samenstände der Wildtulpen
    Zauberhafte Samenstände der Wildtulpen
  • Chionodoxa luciliae
    Chionodoxa luciliae
  • Chionodoxa luciliae
    Chionodoxa luciliae
  • Anemone nemerosa
    Anemone nemerosa
  • Anemone blanda
    Anemone blanda
  • Leucojum vernum
    Leucojum vernum
  • Hyacinthoides hispanica
    Hyacinthoides hispanica
  • Allium karataviense 'Red Giant'
    Allium karataviense 'Red Giant'
  • Samenstand Muscari
    Samenstand Muscari
  • Allium sphaerocephalon
    Allium sphaerocephalon
Zwiebelblüher sind wahre Leckerbissen für unsere Tierwelt. Vor allem die sehr frühen Wildtulpen, Anemonen, Buschwindröschen usw. bieten schon bei kälteren Temperaturen Nahrung. Nehmen wir die Hummelkönigin, die bereits ab 2 Grad C unterwegs ist, benötigt nektarreiche Pflanzennahrung, die sie in dieser frühen Jahreszeit natürlich bei Krokussen, aber auch den hier vorgestellten Wildtulpen findet.
Hummeln bevorzugen übrigens Pflanzen in den Farben Gelb, Blau, Rosa der Ultraviolett. Mit Rot können sie nichts anfangen!
Meine Lieblings-Wildtulpe ist die Tulpe turkestanica. Sie bildet an sonnigen Standorten mehrere Blüten an ihren Stengeln, schwebt über den Beeten und bildet zauberhafte Samenstände. Mit den Jahren bildet sie reiche Teppiche, was für viele Wildtulpen gilt, da sie teilweise auch versamen. "Masse ist Klasse" - diesen Spruch sollte man/frau bei der Gestaltung der Flächen unbedingt beherzigen. Mind. 25 Stück/qm - zufällig gestreut - ergibt ein schönes Bild. Übrigens mögen diese Tulpenarten auch magere Sandbeete, anders als die sonst eher bekannten starkzehrenden hohen Tulpenarten.
Auch die Strahlenanemone (Anemone blanda) in verschiedenen Farben wie Weiß, Blau, Violett, Rosa liefert in den Monaten März-Mai Nahrung und bildet mit den Jahren Ausläufer und dichte Bestände im Gehölzschatten.
Ein weiterer früher Zwiebelblüher, der als Vagabund gern versamt, ohne lästig zu werden, ist der Schneestolz (Chionodoxa luciliae) in Blau, Violett/Rosa. Zusammen mit dem Buschwindröschen (Anemone nemerosa) ergeben sich im März/April schöne Teppiche unter Gehölzen, die gern von Wildbienen und Schmetterlingen angeflogen werden.
Die Märzenbecher (Leucojum vernum) haben einen mittleren Nektar- und Pollengehalt und eignen sich auch für Problemstandorte mit feuchten und schattigen Ecken. Ihr strahlendes Weiß bringt Licht in dunkle Gartenecken.
Wusstet Ihr, dass 80% aller Tagfalter in Deutschland gefährdet sind?
Ja und dann sind da noch die in Nordfriesland häufig zu findenen Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica), die ihren großen Auftritt im Mai haben. Sie können sich an ihnen zusagenden schattigen Standorten extrem versamen, aber ich finde sie dennoch nicht lästig, sondern freue mich jedes Jahr über die blaue Masse in meinen Gräser-betonten Beeten.
Ja und dann sind da noch die in Nordfriesland häufig zu findenden Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica), die ihren großen Auftritt im Mai haben. Sie können sich an ihnen zusagenden schattigen Standorten extrem versamen, aber ich finde sie dennoch nicht lästig, sondern freue mich jedes Jahr über die blaue Masse in meinen Gräser-betonten Beeten. Manche zeigen sogar rosa-farbene Mutationen - ich mag's!
Nektar gilt als "Flugbenzin" für Insekten, während eiweißreicher Pollen für die Nachkommen-Aufzucht bestimmt ist.
Die verschiedenen Zierlauch-Arten krönen dann das Frühlings-Ende und den Sommerbeginn. Die Sorten mit den großen Kugeln (wie z.B. 'Purple Sensation' oder 'Mount Everest') benötigen allerdings kräftig "Futter", sonst bestrafen sie uns mit Mickerwuchs oder zeigen sich gar nicht mehr. Sehr windfest ist der kurze aber großkugelige Allium karataviense 'Red Giant'. Sein bläuliches und kräftiges Laub ist ebenso zierend, wie die tollen Blüten. Mein Lieblingslauch ist Allium sphaerocephalon - ein Zierlauch mit kleineren über den Beeten schwebenden Köpfchen. Diese Lauchart ist sehr anspruchslos und macht sich auch gut in nährstoffärmeren Beeten. Die späte Blüte ab Juni passt hervorragend für die Beimischung in Gräser-betonten Gestaltungen. Alle Zierlauch Arten zeichnen sich vor allem durch einen hohen Nektar- und Pollengehalt aus - also macht aus Euren Gärten ein Schlaraffenland mit Zierlauch!

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